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Max Blumenthal

*25.01.1891 in Herdecke

verheiratet mit Lilly Blumenthal, geb. Blumenthal, geb. am 21.01.1891

in Dortmund-Dorstfeld

1910 Umzug nach Berlin. Max Blumenthal lebte dort – abgesehen von kürzeren Unterbrechungen (Rückkehr nach Herdecke 1923) – bis zu seiner Ermordung

1935/36 neunmonatige Inhaftierung im KZ Dachau, der Hintergrund der Inhaftierung ist noch unklar

28.05.1942 erschossen im KZ Sachsenhausen

 

 

Max Blumenthal entstammt einer alten jüdischen Herdecker Familie. Der Vater, Moritz Blumenthal (Jg. 1853), betrieb im Haus Hauptstraße Nr. 3 eine Metzgerei und war in Herdecke eine bekannte Persönlichkeit. Moritz Blumenthal war seit 1870 Mitglied im TSV Herdecke, von 1906 bis 1912 Stadtverordneter in der III. Abteilung (bis 1918 existierte in Preußen noch das sog. Drei-Klassen-Wahlrecht) und bis 1933 jahrelang Obernachbar der Kampsträter Nachbarschaft.

Mit seiner Frau Jacobine (Jg. 1853)  hatte Moritz noch weitere vier Kinder, die Töchter Rosa (Jg. 1882)  und Eugenie (Jg. 1883), sowie die Söhne Gustav (Jg. 1887) und Walter (Jg. 1885).  Alle drei Söhne haben im Ersten Weltkrieg an der Front Dienst geleistet.

Die Töchter Rosa und Eugenie betrieben ab etwa 1910 in der Hauptstraße 3 ein Textil- und Manufakturwarengeschäft, das später Eugenies Ehemann Siegfried Neuhaus übernahm.

Die Mutter starb bereits 1911, der Vater Moritz hat noch die Machtübernahme durch die NSDAP erlebt und starb 1935 im Alter von 82 Jahren.

Alle vier Geschwister von Max Blumenthal konnten sich –  soweit vorhanden - mit ihren Familien 1938/39 nach England retten und überlebten so den Holocaust. Die Nachfahren leben heute in England und Spanien.

 

 

Geschäftshaus der Familie Blumenthal in Herdecke, das Geburtshaus von Max Blumenthal, um 1920 (Foto: W. Creutzenberg)

Moritz Blumenthal mit den 5 Kindern, zweiter von rechts ist Max Blumenthal. Das Foto entstand ca. 1930. (Foto: Anne Neuhaus)

Foto vom Haus Landshuterstraße 35, der letzten Anschrift von Max Blumenthal in Berlin-Schöneberg. Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und die Ruine abgerissen (Foto: MTS Berlin)

Karteikarte, auf dem die Vermögensbeschlagnahmung von Max Blumenthal festgehalten ist (Quelle: Landeshauptarchiv Brandenburg Rep. 36 A Oberfinanzpräsident

Berlin-Brandenburg (II)Kartei)

 

 

Nach einem Brandanschlag der jüdisch-kommunistischen Widerstandsgruppe Baum am 18. Mai 1942 gegen eine Propagandaausstellung im Berliner Lustgarten wurden 500 Berliner Juden willkürlich festgenommen, 250 von ihnen sofort ermordet, 250 ins

KZ Sachsenhausen geschafft und dort am 27./28. Mai 1942 umgebracht.

Max Blumenthal gehört zu den Opfern, die im KZ Sachsenhausen erschossen worden sind. Lilly Blumenthal, seine aus Dortmund stammende Frau, wurde am 5. Juni 1942 von Berlin nach Theresienstadt deportiert und schließlich im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet.
 

 

http://www.gdw-berlin.de/fileadmin/bilder/publ/beitraege/B19.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Sachsenhausen

http://www.stiftung-bg.de/gums/de/